Aktuell
MITGLIEDERVERSAMMLUNG 2019

Das nächste Mitgliedertreffen wird vom 3. bis 5. Mai 2019 in Potsdam stattfinden. Währenddessen findet am 4.5.2019 ab 15.30 Uhr auch die Mitgliederversammlung statt.

Die Einladungsschreiben werden Ende 2018/Anfang 2019 an die Mitglieder versendet.


MITGLIEDERVERSAMMLUNG 2017:
Museumsfreunde trafen sich in Speyer


Rund 60 Mitglieder des Fördervereins des Deutschen Apotheken-Museums e.V. trafen sich anlässlich ihrer alle zwei Jahre stattfindenden Versammlung vom 21. bis 23. April im pfälzischen Speyer.

Rahmenprogramm

Speyer gehört mit dem Kaiserdom und der reichen mittelalterlich-barocken Bausubstanz zu den schönsten Städten der Pfalz und genoss Jahrhunderte lang kirchliche, politische und kulturelle Bedeutung. Grund genug für den Förderverein, seine Mitglieder in diesem Jahr dorthin einzuladen. Ein zweiter Grund war die Nähe zu Heidelberg – und damit die Möglichkeit für die Teilnehmer, das im letzten Jahr neu bezogene Museumsdepot zu besichtigen!

Den Auftakt bildete am Nachmittag des 21. April eine Führung durch das Historische Museum der Pfalz. Anhand ausgewählter Objekte erhielten die Teilnehmer anschaulich Einblicke in die Geschichte der Region. Herausragende Exponate sind etwa der bronzezeitliche „Goldene Hut“ von Schifferstadt, der Domschatz mit den Grabkronen der Salierkaiser oder die Sammlung zur Geschichte des regionalen Weinbaus.

Am 22. April starteten die Teilnehmer mit einer informationsreichen Führung durch den Dom St. Marien und St. Stephan (geweiht 1061) mit der größten romanischen Hallenkrypta und der Grablege der Salierkaiser und -könige aus dem 11. bis 14. Jahrhundert. Dem schloss sich eine beeindruckende Führung durch die Altstadt Speyers an. Höhepunkt waren hier die erhaltenen Überreste der Synagoge (geweiht 1104) und des gut erhaltenen Judenbades (Mikwe, 1128). Die jüdische Gemeinde Speyer zählte in Mittelalter und Neuzeit zu den bedeutendsten im Reich.

Mitgliederversammlung

Am Nachmittag fand die Mitgliederversammlung statt. Nach der Genehmigung der Tagesordnung und der Begrüßung der Anwesenden eröffnete der Bericht des Vorsitzenden Volker Articus die Versammlung. Er ging gleich auf das neue Museumsdepot ein, das er als zweiten, bislang in dieser Form noch fehlenden Teil des Deutschen Apotheken-Museums umschrieb, in dem die vielen Kostbarkeiten des magazinierten Teils der Sammlungen nun endlich ihrem Wert angemessen aufbewahrt werden können. Er verwies auch auf den großen Anteil, den der Förderverein am Erwerb und der Ausstattung des neuen Depotgebäudes für das Museum hatte und dankte den weiteren Spendern und der Museumsdirektorin und ihrem Team sehr für ihren herausragenden Einsatz.

Der anschließende Bericht der Schatzmeisterin Dr. Christiane Eckert-Lill hob zunächst auf die Mitgliederentwicklung ab, die leicht im Sinken begriffen ist und zum Berichtszeitpunkt bei rund 400 Personen und Institutionen liegt. Die Einnahmeseite zeigte sich dennoch weiterhin stabil, da im Berichtszeitraum Institutionen als neue Mitglieder geworben werden konnten. Die Ausgabenseite war durch Anschaffungen für die Museumssammlungen und den Museumsbetrieb und vor allem durch die Investition in das neue Depot gekennzeichnet. Die Einnahmen- und Ausgabenseite wurde auch im anschließenden Bericht der Kassenprüfer, vorgetragen von Friedrich Wagner, Berlin, ausführlich geschildert. Die Kassenprüfung ergab keinerlei Beanstandungen und der Vorstand wurde anschließend entlastet.

Die für die Vereinsaufsicht zuständige Finanzverwaltung Berlin hatte aufgrund veränderter Gesetzeslage verschiedene Satzungsanpassungen bzw. -änderungen angeregt, die von der Schatzmeisterin Dr. Eckert-Lill vorgestellt und nach jeweiliger Diskussion von den Teilnehmern der Mitgliederversammlung abgestimmt wurden.

Der Bericht der Museumsleiterin Dr. Elisabeth Huwer begann mit einem Überblick zu den Besucherzahlen in den Jahren 2015 und 2016, in denen jeweils rund 700.000 Gäste im Museum gezählt worden waren. Dies bedeutet einen Anstieg um fast 20% im Vergleich zu den Vorjahren. Anschließend gab sie einen Einblick in die vielfältigen Herausforderungen, die der Umzug der magazinierten Museumsobjekte in das neue Depot im Jahr 2016 mit sich brachte. Danach folgte ein Bericht zu den Restaurierungsmaßnahmen seit dem Jahr 2015 (u.a. Gefäße aus Holz, Glas und Porzellan, Papierrestaurierung Nachlass F. W. Sertürner, Thermobehandlung sämtlicher organischer Materialien im Depot).

Viele positive Rückmeldungen erhielt das Museumsteam in Hinblick auf die neue Website, die in übersichtlicher Form die Informationen für einen geplanten Besuch bereit hält und außerdem mit vielfältigen Berichten zu Neuerwerbungen und der Sammlung einen umfassenden Einblick in die Museumsarbeit und den wertvollen Bestand gibt. Neuigkeiten hatte Dr. Huwer auch zum Projekt Apothekergarten zu vermelden, dessen Eröffnung für das Jahr 2018 geplant ist. An Neuerwerbungen hob sie ein Stammbuch mit dem Autograph des berühmten Pharmazeuten M. H. Klaproth hervor und ein Tagebuch sowie ein Gästebuch aus dem Besitz des Leiters der Heidelberger Universitätsklinik-Apotheke Alfred Dorner. Bei allen Aktivitäten konnte das Museumsteam auf die Unterstützung des Fördervereins zählen, wofür sich Dr. Huwer herzlich bei allen Mitgliedern bedankte.

Der Vorsitzende Articus schloss die Mitgliederversammlung um 18.00 Uhr mit dem Dank an alle Teilnehmer und mit dem Hinweis auf die nächste Mitgliederversammlung, die vom 3.-5. Mai 2019 in Potsdam stattfinden wird.

Vortrag: Stammbuch-Miniaturen

Dr. Peter Hartwig Graepel, Gladenbach, referierte im Anschluss an die Mitgliedersammlung über sein Projekt zu „Miniaturen aus Stammbüchern des Deutschen Apotheken-Museums in Heidelberg“. Begleitet von zahlreichen Bildern, beschrieb Graepel anschaulich den heute bekannten Bestand an pharmaziehistorisch relevanten Stammbüchern aus der Sammlung des Dt. Apotheken-Museums, aber auch aus anderen Sammlungen. Geführt wurden die Stammbücher vor allem von reisenden Studenten, die sich mit den schriftlichen und bildlichen Widmungen Erinnerungen an ihre Kommilitonen schufen. Der älteste Beleg datiert ins Jahr 1548, erst in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts klingt diese Sitte aus. Bedeutend sind etwa Stammbücher aus dem Umfeld des Privatinstituts von J. C. Wiegleb, darunter eines vom späteren Schaffhausener Apothekers Jacob Friedrich Pfister. Die oft kunstvoll kolorierten Miniaturen in den Büchern zeigen verschiedenste Darstellungsgruppen wie Apothekenaußenansichten, Offizinen, Laboratorien sowie Portraits.

Neues Museumsdepot

Der Abschluss des Programms führte am 23. April nach Heidelberg: Die Mitglieder nutzen gern die Gelegenheit, das neue Depot des Museums zu besuchen und sich persönlich von diesem Gewinn für den Erhalt des Museumsbestandes zu überzeugen. Nach einer kurzen Einführung und Erläuterung des Raum- und Lagerkonzeptes streiften die Gäste mehr als zwei Stunden lang durch die Räume und Regale und bestaunten und besprachen die vielen interessanten Objekte. Das Museumsteam stand gerne für Fragen rund um die sachgerechte Lagerung der Objekte und die Arbeitsabläufe bei der Inventarisierung zur Verfügung. Auch die Museumsarbeit allgemein, das Angebot an Führungen sowie der Museumsshop, dessen Vorräte ebenfalls in den neuen Räumen gelagert werden, waren gefragte Gesprächsthemen.

Gelobt wurden vor allem die hocheffiziente Raumplanung mit Steckregal- und Schwerlastregalsystemen und die vorbildliche, aber für Besucher des Depots auch optisch ansprechende Lagerung der Objekte.

Text: Elisabeth Huwer / Claudia Sachße


SELTENES GLÜCK IN ALTER TRUHE:
Nachlass des Morphin-Entdeckers F. W. Sertürner für das Deutsche Apotheken-Museum erworben


Bei einer Pressekonferenz am 15.5.2012 im Deutschen Apotheken-Museum im Heidelberger Schloss gab der Vorsitzende der Deutschen Apotheken Museum-Stiftung Dr. Hermann Vogel den Erwerb des Nachlasses von Friedrich Wilhelm Sertürner (1783-1841) für das Deutsche Apotheken-Museum im Heidelberger Schloss bekannt. Der Förderverein Deutsches Apotheken Museum e.V. hat zusammen mit der Kulturstiftung der Länder und der Dr. August und Dr. Anni Lesmüller-Stiftung den Erwerb gefördert. Das vielversprechende Konvolut stellt einen der bedeutendsten Neuzugänge für die Sammlungen des Deutschen Apotheken-Museums in den letzten Jahrzehnten dar.

Vogel würdigte Sertürners Verdienste um die Entdeckung des Morphins im Jahr 1804 im Labor der Hof-Apotheke Paderborn, mit der ein neues Kapitel in der Geschichte des Arzneimittels begann. In schneller Folge wurden weitere Alkaloide entdeckt, der Apothekerberuf wandelte sich grundlegend, denn als Folge der aufwendigen Gewinnung der Wirkstoffe spezialisierten sich einzelne auf deren Isolierung, die pharmazeutische Industrie entstand. Dass Sertürner die Anerkennung verwehrt blieb, die er sich für seine Leistungen wünschte, so Vogel weiter, habe letztlich auch Parallelen in der heutigen Welt der Apotheke.

Die Erschließung des Nachlasses in einer professionellen Institution wie dem Deutschen Apotheken-Museum verspricht nicht nur den geschlossenen Erhalt des Konvolutes, sondern auch ausgesprochen spannende Ergebnisse und Exponate. Beides seien zentrale Punkte für die Unterstützung der Erwerbsförderung durch die Kulturstiftung der Länder gewesen, wie Dr. Martin Hoernes, stv. Generalsekretär erläuterte. Selten aber käme ein so geschlossenes Konvolut aus dem Bereich der Geschichte der Naturwissenschaften wie das von Apotheker Sertürner auf den Markt, und es sei keine Frage gewesen, den Erwerb dieses nationalen Kulturguts zu fördern.

Thomas Benkert, Vorstandsvorsitzender der Dr. August und Dr. Anni Lesmüller-Stiftung freute sich anschaulich, dass der Vorstand der Lesmüller-Stiftung den Antrag auf Unterstützung beim Ankauf einhellig befürwortet habe, handele es sich doch um den Nachlass eines der bedeutendsten deutschen Pharmazeuten, den es für die Forschung und Öffentlichkeit geschlossen zu erhalten gelte. Die Sicherung des Konvolutes für Öffentlichkeit und Forschung entspreche genau den Zielen der Lesmüller-Stiftung, die sich auch dem Bildungsauftrag verpflichtet sieht.

Der Besucher kennt in der Regel nur die Dauerausstellung eines Museums und weiß oft gar nicht, dass diese den kleinsten Teil der Aufgabenfelder einer solchen Institution darstellt, referierte der Vorsitzende des Fördervereins Deutsches Apotheken-Museum, Volker Articus. Hauptsächlich flössen die Fördermittel des Vereins nämlich in Aufgaben der Restaurierung oder auch in den Aufbau eines konservatorischen Gesichtspunkten genügenden Magazins. Jedes Jahr gelingt überdies mindestens ein interessanter Ankauf, wie im vergangenen Jahr ein Brief Goethes an seinen Weimarer Apotheker. Die Unterstützung einer so bedeutenden Neuerwerbung wie dieser sei für den Förderverein daher eine der seltenen Gelegenheiten, ein herausragendes Objekt für die weltweit renommierten Sammlungen des Museum zu erwerben.

Eine „Schatztruhe“

Sorgsam hatten die Nachkommen Sertürners, das Geschwisterpaar Dr. Malte und Wernhera Peters, Freiburg und Hameln, die schwere Holztruhe mit den wichtigen Dokumenten ihres berühmten Vorfahren verwahrt. Vor einiger Zeit fassten sie den Entschluss, den gesamten Nachlass für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen und ihn dazu an eine geeignete Institution zu übergeben. Gut, dass sie das wertvolle Konvolut in ein Museum gaben, so bleibt es der Forschung und der Öffentlichkeit zugänglich, wie Dr. Elisabeth Huwer, Museumsdirektorin, ausführte. Das Deutsche Apotheken-Museum besitzt als Teil eines Netzwerkes von Institutionen, deren Ziel die Bewahrung nationalen Kulturerbes ist, die Kompetenzen für die die sachgerechte Betreuung, die wissenschaftliche Erschließung und die langfristige Erhaltung der Unterlagen.

Die Truhe wurde sehr wahrscheinlich bereits zu Sertürners Lebzeiten zur Aufbewahrung seiner wichtigsten Unterlagen genutzt. Sie enthielt rund 70 Belege seiner wissenschaftlichen Arbeit, darunter etwa 300-400 Manuskriptseiten (Entwürfe, Reinschriften, korrigierte Druckfahnen), vielfach bislang unveröffentlichtes Material, einige Zeichnungen (u.a. „Wolkenatom-Modelle“) und ein Skizzenbuch mit Versuchsaufbauten, darunter ein Schnitt durch die erste „Zündmaschine“ der Welt, das Döberein´sche Feuerzeug, das 1823 von Apotheker Johann Wolfgang Döbereiner (1780-1849) erfunden wurde.

Der Werdegang vom Apothekerlehrling bis zum Doktortitel lässt sich mit dem Lehrzeugnis von 1803, einem Zeugnis zur Lehr- und Gehilfenzeit vom Paderborner Hofapotheker Cramer von 1806 sowie mit der Doktorurkunde der Universität Jena aus dem Jahr 1817 nachzeichnen.

Rund 10 Mitgliedsurkunden der führenden wissenschaftlichen Gesellschaften Europas sind ebenfalls im Nachlass erhalten, darunter die Aufnahme als auswärtiges Mitglied in die „Societät für die gesammte Mineralogie zu Jena“ unter Vorsitz von Johann Wolfgang Goethe. Die Diplome galten teils bislang als verschollen, sind aber nun wohlbehalten übergeben worden.

Die Truhe enthielt auch einiges an Korrespondenz, darunter das Schreiben des Institut de France mit der endgültigen Zuerkennung der Erstentdeckung des Morphins an Sertürner aus dem Jahr 1831 und ein anerkennendes Schreiben Chr. W. Hufelands (1762-1836) vom Jahr 1826. Auch zwei empfindsam-schwärmerische Briefe Sertürners an seine Verlobte Eleonore von Rettberg vom November 1820 sind dabei. Mehrere Entwürfe zu Briefen an hochstehende Persönlichkeiten wie Fürst Metternich zeigen Sertürners Streben nach weiterer Anerkennung seiner Leistungen und Förderung seiner Forschung.

Das spätere Ehepaar Friedrich Wilhelm und Eleonore Sertürner zeigen zwei bislang unbekannte Porträtminiaturen im Originalrahmen, ausgeführt in Gouache-Technik im Jahr 1831. Als Maler signierte jeweils C. F. Overmeyer, der um 1826 in Hamburg ansässig war.

Sertürner online

Unter Leitung der Museumsdirektorin Dr. Elisabeth Huwer soll die digitale Aufbereitung des Nachlasses für das Internet umgesetzt werden. Ziel ist die vernetzte Bereitstellung von Erschließungsleistungen in Form eines Online-Kataloges für eine internationale wie nationale Forschung und Öffentlichkeit. Zunächst jedoch müssen einige Hungert Blätter restauratorisch betreut werden, ein Vorhaben, das mehrere Jahre in Anspruch nehmen wird, sowohl in zeitlicher, wie auch in finanzieller Hinsicht. Die Restaurierung wird durch die Unterstützung des Landes Baden-Württemberg und des Fördervereins des Museums ermöglicht. Für eine eventuell anstehende Tintenfraßbehandlung können außerdem Mittel bei der Koordinierungssstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) beantragt werden.

Die Aufnahme in das Museum ist ein Grund mehr, einmal wieder das Deutsche Apotheken-Museum im Heidelberger Schloss zu besuchen, wie Dr. Vogel beim Abschluss der Pressekonferenz betonte: Mit rund 600.000 Besuchern im Jahr zählt es zu den bestbesuchten Museen Deutschlands und beherbergt die weltweit umfangreichste wie qualitätsvollste Sammlung zur Geschichte der Pharmazie. Darunter nun auch den Nachlass eines der bedeutendsten deutschen Pharmazeuten.

Anreiseinfos, Öffnungszeiten und umfassende weitere Informationen rund um den Museumsbetrieb unter: www.deutsches-apotheken-museum.de

Text: E. Huwer


FÖRDERVEREIN ERWIRBT GOETHE-BRIEF

Im Oktober 2011 konnte aus Mitteln des Fördervereins eine außerordentlich bedeutende Neuerwerbung für die Sammlung des Deutschen Apotheken-Museums getätigt werden: Beim renommierten Auktionshaus Bassenge in Berlin wurde ein Brief von Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) an den Weimarer Hofapotheker Carl-August Hoffmann (1756-1833) angeboten. Der Förderverein bot mit und erhielt den Zuschlag!

Carl August Hoffmann wirkte ab 1786 in der Hof-Apotheke Weimar, die er 1798 als Besitzer übernahm. In der Deutschen Apothekerbiographie ist über ihn zu lesen: "Hoffmann verstand es, wissenschaftliche Neigungen mit den praktischen Anforderungen seines Berufes glücklich zu verbinden. Schon bald nach seinem Eintritt in die Weimarer Hof-Apotheke begann er, an Göttlings "Almanach für Scheidekünstler und Apotheker" mitzuarbeiten, indem er eigene Beiträge lieferte und einen Teil der Redaktionsgeschäfte übernahm. Hoffmann anaylsierte eine Reihe von Drogen und Natruprodukten... und widmete sich besonders der Untersuchung von Mineralwässern..."

In dem am 13. Januar 1807 geschriebenen Brief wendet sich Goethe an Hoffmann mit der Bitte, "nach beykommenden [sic] Briefe, den ich mir wieder zurück erbitte, die darin verordnete Salbe für mich besorgen, ingleichen etwa 2 Loth Carlsbader Salz in Portionen von ½ Quentchen theilen zu lassen. - Bey dieser Gelegenheit wollte für die Zukunft die Einrichtung vorschlagen, daß nur diejenigen Arzneyen, welche für mich Frau und Sohn bestimmt sind, notirt, alles übrige für mein Haus verlangte nur gegen baare Bezahlung abgegeben würde, weil sich mit den Domestiken sonst die Sache nicht übersehen läßt ..."

Der Brief ist in der Forschung bereits bekannt, in der Sophien-Ausgabe wird er unter der Nr. 5308 gelistet. Im Jahr 2012 teilten sich Förderverein und Land Baden-Württemberg je zur Hälfte die Restaurierungskosten, die für die Behandlung der Knickfalten der Brieffaltung und der altersbedingten Verschmutzung anfielen. Der Brief ist nun digitalisiert und steht damit auch in einer Objektschonenden Weise der Forschung zur Verfügung.

Text: E. Huwer
alte Apothekengefäße